Was Sie über einen Seilaufzug wissen sollten: Alle Fakten im Überblick

Ein Seilaufzug ist immer dann die passende Wahl für ein Gebäude, wenn man große Höhenunterschiede überwinden muss. Seilaufzüge sind überaus leistungsstark und bieten den Vorteil einer vergleichsweise schnellen Beförderung. Das ist heute unser Thema im Aufzugsblog: Alle wichtigen Informationen dazu von uns zusammengefasst sowie ein Blick auf die Vor- und Nachteile:

Wie funktioniert ein Seilaufzug

Bei Personenaufzügen gibt es für den Antrieb zwei mögliche Alternativen. Dabei handelt es sich entweder um einen hydraulischen Antrieb oder aber einen Seilantrieb.

Bei einem Seilantrieb sind das Tragseil selbst sowie das Antriebsrad und das Gegengewicht die wichtigsten Komponenten.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Antriebsarten. Bei Trommelaufzügen ist nur ein Tragseil über eine Trommel gelegt. Da Trommelantriebe aber mittlerweile als vergleichsweise unsicher angesehen werden, hat man sie demzufolge fast überall durch Treibscheibenaufzüge abgelöst. Diese Art des Antriebs verwendet man heute für nahezu jeden Seilaufzug. Hier sind somit mehrere Stahlseile an einem Ende mit der Kabine des Aufzugs verbunden. An der anderen Seite befindet sich das Gegengewicht. Alle Seile also mittels einer Treibscheibe geführt. Ihr Antrieb erfolgt mit einem leistungsstarken Elektromotor. Sobald die Kabine des Aufzugs nach unten fährt, bewegt sich folglich das Gegengewicht nach oben – und umgekehrt.

Seilaufzug: Erhöhung der Leistung durch unterschiedliche Hängungen

Die Tragkraft einer Aufzugsanlage mit Seilantrieb lässt sich somit durch die Realisierung unterschiedlicher Hängungen erhöhen. Bei einer 2:1 Hängung zum Beispiel werden zwei Umlenkrollen zusätzlich zur Treibscheibe eingesetzt.

Dadurch verdoppelt sich die Tragkraft, wobei zugleich sich die Geschwindigkeit verringert. Je mehr Umlenkrollen zum Einsatz kommen, desto höher ist bei einem Seilaufzug die Tragkraft. Mehr Umlenkrollen gehen aber jedoch stets zu Lasten der Beförderungsgeschwindigkeit, sodass man stets einen Kompromiss zwischen Traglast und Geschwindigkeit für den individuellen Fall finden muss.

Ist ein Maschinenraum für einen Seilaufzug erforderlich?

Früher konnten Seilaufzüge nur in Verbindung mit einem separaten Maschinenraum realisiert werden. Diese Zeiten sind nun vorbei. Denn bei den meisten Seilaufzügen sind die Treibscheiben mittlerweile so klein, dass man den Antrieb direkt im Aufzugsschacht unterbringt.

Gewusst?

Einerseits spart das Platz und andererseits ermöglicht es die Nachrüstung von Seilaufzügen in den meisten Bestandsgebäuden, in denen das Raumangebot für einen Maschinenraum nicht ausreichend wäre.

Welche Größen sind beim Seilaufzug realisierbar?

Die meisten Aufzughersteller bieten ihre Produkte in mehreren Standardmaßen an. So gibt es beispielsweise Kabinen mit einer Grundfläche von 100 x 100 cm, die für die Beförderung von 4 Personen geeignet sind und eine Traglast von etwa 375 kg aufweisen.

Kabinen mit einem Maß von 140 x 240 cm hingegen können schon bis zu 21 Personen aufnehmen und haben somit eine Traglast zwischen 1.600 und 2.500 kg. In der Regel realisiert der Hersteller auch Sondermaße für seine Kunden, weshalb Sie bei Bedarf eine entsprechende Anfrage stellen können.

Was ist der getriebelose Seilaufzug?

In den letzten Jahren wurden getriebelose Seilaufzüge entwickelt, mit denen sich Beförderungsgeschwindigkeiten von bis zu 10 Metern pro Sekunde machbar sind.

Im Vergleich zu Seilaufzügen mit Getriebemaschinen ist dies ein enormer Fortschritt, da diese höchsten 2,5 Meter pro Sekunde erreichen.

Bei einem getriebelosen Seilaufzug erzeugt man die notwendige Traktion für den Antrieb ausschließlich durch besonders tiefe Seilrillen, die sich in der Treibscheibe befinden. Zusätzlich hilft das Gegengewicht beim Antrieb. Für getriebelose Anlagen ist jedoch in jedem Fall eine deutlich höhere Motorleistung notwendig.

Die wesentliche Vorteile und Nachteile von Seilaufzügen:

Neben den bereits genannten Eigenschaften hat der Seilaufzug weitere wichtige Vorteile:

  • Große Beförderungshöhen sind möglich
  • Höhere Geschwindigkeiten sind erzielbar
  • Der Energieverbrauch ist gegenüber anderen Antriebsarten geringer
  • Geeignet für Gebäude mit wenig Platz
  • Hohe Traglast
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis ab etwa 18 Meter Höhe

Doch gibt es auch Nachteile, die man wissen sollte:

  • Folglich nicht geeignet für niedrige Beförderungshöhen
  • Vergleichweise höherer Wartungsaufwand
  • Absicherung gegen Kabinensturz in beide Fahrtrichtungen notwendig

Sind Seilaufzüge energiesparender?

Aufgrund technischer Fortschritte und der Weiterentwicklung des Seilantriebs bietet ein Seilaufzug hohe Potenziale für das Einsparen von Energie.

Bei getriebelosen Seilantrieben zum Beispiel können bis zu 20 Prozent Energie eingespart werden, da diese nicht mehr in Form von Reibung bei der Übersetzung zwischen Motor und Treibscheibe verloren geht.

Ersetzt man die dicken Stahlseile durch Gurte aus mehreren dünnen Seilen, kann ebenfalls ein Drittel Energie eingespart werden, weil dadurch auch in diesem Fall keine mechanische Übertragung mehr notwendig ist.

Gewusst?

Die Bremsenergie kann bei einem Seilaufzug zurückgewonnen werden. Durch eine Einspeisung ins Hausnetz lässt sich ebenfalls viel Energie sparen.

Was sind die Kosten für einen Seilaufzug?

Die Kosten für einen Seilaufzug hängen von unterschiedlichen Faktoren wie der Beförderungshöhe, der Traglast und der Geschwindigkeit sowie der Position, der Ausstattung und den Ein- bzw. Umbaukosten ab. Für einen Personenaufzug ohne Schacht muss man ab ca. 10.000 Euro investieren. Eine Anlage mit Schacht sollte man ab ca. 20.000 Euro in inklusive Einbau kalkulieren. Vergessen Sie nicht die Wartungkosten zu budgetieren.


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