Paternoster – ein Hauch von Nostalgie

Eine ganz besondere Form von Aufzugsanlage ist der Paternosteraufzug. Technisch korrekt bezeichnet man diesen Paternoster-Umlaufaufzug. Dabei bewegen sich zwei Ketten mit Einzelkabinen daran in einem permanenten Umlaufbetrieb mit ca. 0,30 m pro Sekunde. Pro Kabine passen für gewöhnlich zwei Personen rein. Die Einzelkabinen werden an den Wendepunkten oben und unten mittels einer Scheibe in den anderen Aufzugsschacht umgesetzt. Dieser Vorgang ist jedoch völlig ungefährlich für die mitfahrenden Personen.

Woher kommt der Name Paternoster?

Der Name Paternoster kommt wie so oft aus dem Lateinischen und steht für pater = Vater und noster = unser und ist somit an den Rosenkranz angelehnt, bei dem es sich ja auch um an einer Kette hängende Perlen handelt. Ähnlich den einzelnen Kabinen des Paternosters an der Aufzugskette.

Die Geschichte des Paternoster

Eine vergleichbare Konstruktion gab es bereits zu früheren Zeiten als Sackaufzug bzw. in Form eines Bandfördergerätes mit einem Endlosförderband.

In England ist die Paternoster-Anlage so entwickelt worden, wie wir sie heute kennen. 1876 wurde in London im General Post Office der erste Paternoster eingebaut. Damals war er jedoch zunächst nur zum Transport von Paketen im Einsatz.

Den Gedanken daraus einen Personenaufzug zu machen kam dem Engländer Hart dann 1882 und er entwickelte den Cycling Lift. Dieser wurde zum Cycling Elevator weiterentwickelt, der wiederum 1884 eingebaut worden ist. Mit noch modernerer Technik installierte man 1886 einen Paternoster in einem der ersten Hamburger Kontorhäuser. Betrieben wurde dieser jedoch noch mit Dampfkraft.

Ferner gab es ab 1925 im Kölner Hansahochhaus den höchsten Paternoster weltweit und ab 1927 dann im Stuttgarter Tagblatt-Turm. In den 1960er Jahren ist dieser dann ausgetauscht worden.

In Deutschland gab es 2015 noch rund 250 Paternoster.

Welche Vorteile bietet ein Paternosteraufzug

Ein ganz klarer Vorteil ist, dass es keine längeren Wartezeiten gibt, da die Aufzugskabinen permanent vorbei fahren. Da die Kabine nicht komplett geschlossen ist, kommt diese Art des Aufzugs Menschen mit klaustrophobischen Neigungen entgegen.

Welche Nachteile hat ein Paternoster?

Bei den kleinen Kabinen ist es nicht möglich größere Menschenmengen in kürzester Zeit zu transportieren. Darüber hinaus ist ein Paternosteraufzug in besonders hohen Gebäuden nachteilig aufgrund der geringen Geschwindigkeit.

Ein weiterer Nachteil ist, dass er für Rollstuhlfahrer gänzlich ungeeignet ist.

Noch zu erwähnen ist der geringere Brandschutz einer Paternosteraufzugsanlage, denn ein Feuer könnte sich bei dieser offenen Anlage natürlich schneller auf andere Stockwerke ausbreiten.

Rechtssituation in Deutschland für Paternoster

Aufgrund des „Verein zur Rettung der letzten Personenumlaufaufzüge“ konnte die Stilllegung aller Paternoster in Deutschland verhindert werden. Das heißt, dass alle bestehenden Paternoster weiterhin betrieben werden dürfen. In der TRA 500 (Technische Regeln für Aufzüge-Personen-Umlaufzüge) sind die technischen Regeln für Paternoster festgelegt, hier gab es 1985 zudem noch Änderungen.
Allerdings ist laut der aktuellen Betriebssicherheitsverordnung der Betrieb von Paternostern im öffentlichen Bereich zwar erlaubt, aber nur wenn die Betreiber entsprechende zusätzliche Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen ergreifen. Hierzu gehören neben technischen Maßnahmen, auch die Aufklärung über Gefahren und sicheres Verhalten. Darüber hinaus ist es verboten Lasten zu transportieren.

Schlusswort

Auch wenn Sie sich höchstwahrscheinlich keinen Paternoster einbauen möchten, so sind wir in jedem Fall Ihr Ansprechpartner wenn es um die Realisierung der für Sie perfekt passenden Aufzugsanlage geht. Auch erledigen wir Reparaturen auf höchstem Niveau bzw. warten Ihren Aufzug professionell.