Alles Wissenswerte rund um den Notruf für den Aufzug ab 2021 – die Zeit wird nun knapp!

Der Notruf für den Aufzug wird Ende des Jahres Pflicht. Ab 2021 müssen alle Aufzüge ein wirksames Zwei-Wege-Kommunikationssystem integrieren. Allerdings sind noch immer nicht alle Aufzüge nachgerüstet: Bei 15 Prozent oder mehr soll nach konservativen Schätzungen das Kommunikationssystem für den Notruf fehlen. Aller guten Dinge sind drei – aber lässt es sich der Einbau in drei Monaten noch schaffen? Und was, wenn nicht?

Der Notruf für den Aufzug – letzter Aufruf vor dem Bußgeld

Personen- und Lastenaufzüge brauchen ein wirkungsvolles Kommunikationssystem. Festgelegt wurde dies mit der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) vom Mai 2015. Die Übergangsfrist für die Regelungen läuft Ende des Jahres aus: Die Betreiber von Lasten- und Personenaufzügen müssen zum 1. Januar 2021 das neue Notrufmanagement mit ständiger Besetzung integrieren und eine Zwei-Wege-Notrufeinrichtung im Fahrstuhl einbauen.

Die Regelung dient zum Schutz von Personen, damit Mitarbeiter und Kunden möglichst schnell – und zwar innerhalb von 30 Minuten – von Servicepersonal vor Ort unterstützt werden. Fachleute halten eine Fristverlängerung für unwahrscheinlich, denn in fünf Jahren war ausreichend Zeit, das neue Kommunikationssystem zu installieren.

Die Betriebssicherungsverordnung legt dar, was im Falle der Nichterfüllung droht. Fehlt das Zwei-Wege-Kommunikationssystem, wird ein Bußgeld von 2.000 Euro je Aufzug fällig.

Für den Betreiber drängt die Zeit und in krisengeschüttelten Zeiten stehen nun kurzfristig noch betriebliche Ausgaben für den Notruf für den Aufzug an.

Doch Vorteile bieten die neuen Notruf-Regelungen für den Fahrstuhl auch: Ab Januar des kommenden Jahres ist vor Ort kein ständiger Aufzugwärter erforderlich.

Hersteller und Wartungsunternehmen für Personenaufzüge und Lastenaufzüge bieten selbst kurzfristig noch Komplettpakete an. Angeboten werden All-Inklusive-Lösungen für den Fahrstuhl-Notruf, die sich in nahezu allen Fahrstuhlfabrikaten und Fahrstuhlsystemen nachrüsten lassen. Sogar Mietvarianten für das neue Notruf-Kommunikationssystem sind möglich.

Unter Umständen kann es die ideale Lösung sein, wenn der Notruf für den Aufzug lediglich gemietet wird. Denn das vermeidet die hohen Anschaffungskosten für das Kommunikationssystem und seine Installation. Stattdessen zahlt der Fahrstuhlbetreiber eine regelmäßige Miete für das neue Notrufsystem.

Wie für den Fahrstuhl, so übernimmt der Notruf-Hersteller gleichzeitig die Wartung und Reparaturen der Fahrstuhl-Notrufanlage.

Der Unternehmer kann die Mietzahlungen vollständig als betriebliche Ausgaben geltend machen.

Einzelfallentscheidung – der Strohhalm beim Mangel

Für jeden Aufzug im Unternehmen, im Parkhaus, dem Mehrfamilienwohnhaus und anderen Gebäuden muss ein Notrufsystem, die 2-Wege-Kommunikationseinrichtung im Amtsdeutsch, installiert sein.

Wer im Lift eingeschlossen ist, soll rund um die Uhr den ständig besetzten Notdienst erreichen können. Mit dem neuen Notruf für den Aufzug soll innerhalb einer halben Stunde mit der Befreiung von eingeschlossenen Personen begonnen werden.

Wer die neuen Regelungen nicht erfüllt, wird ab dem 1. Januar 2021 die Zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) erfasst. Wie es nach dem Mängel-Bericht weitergeht, ist allerdings noch offen und klare Strategien zur Eintreibung des Bußgeldes scheinen zu fehlen.

Allerdings darf ein mangelhafter Aufzug, und das ist jeder Aufzug ohne die geforderte Kommunikationseinrichtung, nicht betrieben werden. Der Betreiber muss mit der Abschaltung des Aufzugs durch die Behörden rechnen. Eine vage Hoffnung für den künftigen Betrieb des Aufzugs ohne 2-Wege-Sprechanlage kann lediglich die Einzelfallentscheidung nach BetrSichV § 19 (4). Die würde einen Betrieb auch mit Mangel ermöglichen. Einzelfallentscheidungen sollten allerdings eher die Ausnahme als die Regel sein.

So funktioniert das 2-Wege-Notrufsystem im Aufzug

In den modernen Nachrüstsätzen für den Aufzug ist ein Mobilfunkmodul mit GSM-Antenne enthalten. Der alte analoge Telefonanschluss wird künftig nicht mehr gebraucht. Bei Komplettangeboten mit Rufbereitschaft und einem möglichen Vor-Ort-Service übernimmt häufig psychologisch geschultes Personal die Betreuung der Eingeschlossenen. Die Personenbefreiung wird umgehend eingeleitet, denn mit der neuen Regelung muss diese innerhalb von 30 Minuten beginnen – nach Eingang des Notrufs aus dem Aufzug.

Mit der 30-Minuten-Frist trifft der Gesetzgeber eine Regelung, die von den vielen Unternehmen nicht einzuhalten ist. Wer auf dem Betriebsgelände kein dauerhaftes Sicherheitspersonal positioniert hat, läuft Gefahr, dass nach offiziellem Feierabend so kurzfristig niemand erreichbar ist.

Vor allem in Parkhäusern und Wohnanlagen konnte es 30 Minuten dauern, bis man eine zuständige Person erreicht hat. Ist man schließlich vor Ort und beginnt mit der Analyse der Situation, kann weitere wichtige Zeit verstreichen. Der Gesetzgeber erlaubt diese Zeiten nicht mehr. Mit dem neuen Notruf für den Aufzug muss alles schnell und professionell ablaufen.

Notruf für den Aufzug nachrüsten – es drängt die Zeit

Die Kommunikationseinrichtung für den Fahrstuhl muss angeschafft werden, denn spätestens zum Wartungs- und Prüfungstermin der Anlage wird eine Mängelanzeige erstellt. Ein hohes Bußgeld droht, wie eingangs erwähnt – zusätzlich zur Stilllegung des Aufzugs und der kurzfristigen Installation des 2-Wege-Kommunikationssystems.

Die Anforderungen sind in der Technischen Regel für Betriebssicherheit hinterlegt. Fachbetriebe sind mit diesen Inhalten zum „Betrieb von Aufzugsanlagen“ sowie der DIN EN 81-28 „Fern-Notruf für Personen- und Lastenaufzüge“ vertraut.

Szostecki & Asco GmbH

Wer kurzfristig noch eine Lösung sucht, kann auf uns als Experte vertrauen. Wir stellen alle Forderungen des Gesetzgebers sicher. Denn neben dem funktionierenden 2-Wege-Kommunikationssystem enthalten sie auch eine Rufbereitschaft, die in der geforderten Zeit die Personen im Aufzug befreit.

Das Abwarten und hoffen auf eine Verlängerung der Fristen ist riskant: Immerhin war fünf Jahre lang Zeit, das wichtige und personenschützende System zu integrieren.

Fazit:

Spätestens zum nächsten Servicetermin ist das Fehlen der Kommunikationsanlage im Fahrstuhl ein Thema. Denn mit der Mängelanzeige drohen dann hohe Bußgelder. Wenn zwischenzeitlich Menschen über längere Zeit im Fahrstuhl eingeschlossen sind, sind auch gerichtliche Klageverfahren möglich.